Wie eine krisenhafte Männlichkeit zu patriarchaler Gewalt führen kann
Palace St.Gallen, Veranstaltungsreihe «Erfreuliche Universität»
Im Rahmen der «16 Tage gegen Gewalt an Frauen»
Männlichkeit soll stark, unabhängig und souverän sein. Gleichzeitig sind Männer auf
Anerkennung, Nähe, Fürsorge und Verbundenheit angewiesen. Franziska
Schutzbach zeigt in ihrem Referat, wie dieses Dilemma patriarchale Gewalt
begünstigen kann. Gewalt kann dabei zum Versuch werden, eine bedrohte
männliche Ordnung wiederherzustellen.
Im Fokus des Vortrags stehen auch der antifeministische Backlash und die
«Manosphere». Wie können wir ihnen begegnen und als Einzelpersonen und
Institutionen auch in zunehmend autoritären Zeiten handlungsfähig bleiben?
Beim anschliessenden Apéro gibt es Raum für Diskussion und Austausch.
Franziska Schutzbach ist Geschlechterforscherin, Soziologin, Buchautorin und
Geschäftsleiterin des Vereins Feministische Wissenschaft Schweiz (FemWiss). Sie
lehrt an der Universität Basel und Zürich und forscht zu Geschlechterverhältnissen
und gesellschaftlichen Machtstrukturen. Zu ihren Büchern gehören Die Erschöpfung
der Frauen (2021) und Revolution der Verbundenheit (2024). Im November 2026
erscheint Hoffnungsstrategien in autoritären Zeiten. Ein feministisch queeres
Handbuch. Das Buch ist hier und ausschliesslich auf Vorbestellung erhältlich.